Geländeplan Ökologiestation
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NOR * 04. Februar 2009

Leserforum
Zum beabsichtigten Verkauf von Teilflächen der Ökologiestation
- Was steckt dahinter?

Ich wohne 300 Meter von der Ökologiestation in Bremen-Schönebeck entfernt und verfolge ungläubig den beabsichtigten Verkauf eines weiteren Teils dieses wunderbaren Geländes an die Erwerber und jetzigen Bewohner der ehemaligen Villa Lamotte.

Der Verkauf der Villa mag noch nachvollziehbar gewesen sein, waren die zu erwartenden Renovierungskosten doch immens und eine adäquate sowie kostendeckende Nutzung nicht in Sicht.

Nachdem die Eigentümer eingezogen waren, äußerten sie den durchaus nachvollziehbaren Wunsch nach mehr Tageslicht. Die zuständige Bremische Behörde genehmigte die Wiederherstellung des "historischen" Baumbestandes. Schaut man heute über den hohen Grundstückszaun, mögen Zweifel aufkommen, oder man das, der "ursprüngliche" Baumbestand war, nicht doch sehr großzügig ausgelegt hat. Und, wer hat tatsächlich nachgeprüft, ob wirklich nur die in der Genehmigung aufgeführten Laubbäume zu Boden gebracht wurden. Zweifel scheinen nicht unbegründet.

Nun der nächste Akt: Nachdem jetzt ausgerechnet ein "grüner" Umweltsenator mit einer offensichtlichen beispiellosen Ignoranz und mit fadenscheinigen Begründungen mit aller Macht den Verkauf eines weiteren Teils der Ökologiestation vorantreibt, habe ich den Glauben an das verloren, was "grüne" Politik einmal verkörpert hat. In diesem Fall scheint sie sich ins krasse Gegenteil zu verkehren. Gegen den Verkauf gerichtete Beiratsvoten und eine entsprechende ungeteilte veröffentlichte Meinung spielen keine Rolle - "grüne" Werte hier scheinbar schon gar nicht mehr. Auch nur annähernd nachvollziehbare Gründe werden nicht präsentiert.

"Ober sticht Unter" - und damit basta! Die Ökologiestation kann auch mit gut 5000 Quadratmeter weniger Fläche ihrer Aufgabe gerecht werden - bis zur nächsten Veräußerung weiterer Grundstückteile!? Ist diese zur Schau gestellte Arroganz noch zu übertreffen?

Werden etwa 30000 Euro oder sogar weniger der Staatskasse wirklich eine auch nur annähernd spürbare Entlastung bescheren? Töricht, wer daran wirklich glaubt und für einen promovierten Umweltsenator reinweg unwürdig, dieses als Argument für einen Beitrag zum Abbau des Bremer Schuldenberges zu verkaufen. Herr Dr. Loske hat da scheinbar die falschen oder gar keine Berater - oder eine verklärte Sichtweise, wem oder was sein Wirken zu dienen hat. Was steckt wirklich dahinter? Wer zieht den Nutzen daraus? Wohl kaum der Bremer Bürger und Steuerzahler!

Parallelen tun sich auf zum Verkauf von Teilen des Wätjens Park in Blumenthal. Als man den wirklichen Wert des Veräußerten erkannte, erfolgte ein Rückkauf mit einem bemerkenswerten Preisaufschlag. Zugunsten eines cleveren Privatiers wurden Steuergelder "verbrannt", und das zu einer Zeit, als es Bremen auch schon nicht mehr besonders gut ging. Droht eine Wiederholung? Vom "Roten Filz" sprachen Kritiker Bremischer Regierungspolitik schon vor langer Zeit. Gibt es jetzt auch einen "Grünen" oder "Rot-Grünen filz".

Wann meldet sich der Bürgermeister und Präsident des Senates öffentlich vernehmbar zu Wort, um den schon entstandenen und vermutlich noch anwachsenden politischen Schaden zu begrenzen? Auch im Bremer Norden wohnhaft, verstehe ich die Zurückhaltung von Herrn Böhrnsen nicht.

Warnke Christoffers, Leuchtenburg


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